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Freitag, 18.11.2005

Herdentrieb

Nun hat die Welle der Weblogs auch "Die Zeit" erreicht. Mit dem Blog "Herdentrieb" hat ein Blog das Licht der Welt erblickt, der das makroökonomische Leuchten verbreiten will. Den Autoren Robert von Heusinger und Uwe Richter sei an dieser Stelle viel Erfolg gewünscht.

korfstroem
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Freitag, 11.11.2005

Ach Du GRÜNER Weihnachtsmann

Würdiger Abschied

Was passiert, wenn grüner Weihnachtsmann und roter Osterhase aufeinander treffen? Von den Frühlingstemperaturen animiert hat Herr Eichel den Grünen ein Ei ins Nest gelegt. Saisonal scheinen die Grünen besser im Bilde zu sein. Herr Trittin hat sich an die Gabentage St. Martin, St. Nikolaus und Heiligabend erinnert und postwendend den Vertrieblern der Steuersparmodelle ein Präsent unter den Weihnachtsbaum gelegt.
So haben beide der rot-grünen Regierung einen würdigen Abschied beschert. Die Grünen haben schon vor dem Fest ihre neuen Kleider angezogen und sich als Mode-Ökologen enttarnt. Der rote Finanzminister endet, wie er begonnen hat, als Bettvorleger im Tigerkleid.

Korfstroem
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Donnerstag, 10.11.2005

Bravo, Herr Trittin!!!

Herr Trittin stellt die Steuersparmodelle unter Naturschutz. Wer hätte das gedacht. Die Lobbyisten können aufatmen. Der Minister hat noch einmal Luft in den Windbeutel geblasen. In der freien Wirtschaft wäre sein Verhalten ein Grund für die fristlose Kündigung mit spitzem Schuh.

Woher auch der plötzliche Eifer von Herrn Eichel kommen mag, Herr Trittin hat seiner Partei einen Bärendienst erwiesen. Die Grünen werden ihr Etikett als Steuerverschwenderpartei nicht so schnell verlieren.

korfstroem
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Samstag, 05.11.2005

Die Zocker von Berlin

Seit einiger Zeit treffen sich in Berlin die Arbeitsgruppen der großen Parteien zur geselligen Pokerrunde. Inzwischen haben einige Mitspieler den Spieltisch verlassen, andere sind noch unschlüssig, ob sie gehen sollen/wollen oder nicht.

Angesichts der bequemen Tischregeln erstaunlich. Denn die Spieleinsätze werden nicht von den Spielern geleistet. Die Gesellschaft zahlt. Für alles. Einsätze, Verpflegung, Spielvergnügen, Diäten ... .

Welch Wunder, daß die Spieler während der letzten Woche die Einsätze verdoppelt haben. Erst 35 Mrd, dann 42 Mrd, jetz 70 Mrd. Euro. Spätestens an dieser Stelle zeigen sich Schädigungen der Spieler durch die weit verbreitete Dienstwagenmentalität bei der psychologischen Vorbereitung der Nachrichten.

Weiß doch jeder Autofahrer, daß keine Tankstelle mit runden Beträgen wirbt und aus verkaufstechnischen Gründen nur ,9 Preise angegeben werden.
70 Milliarden Euro etspricht 70.000.000.000 Euro oder besser ausgedrückt 7 x 10^10 Euro. Schon ist die Zahl viel handlicher geworden. Aber verkaufstechnisch noch nicht richtig optimiert. Sieht 6,9 x 10^9,9 nicht viel harmloser aus?

Überdies spart die Berücksichtigung der geplagten Wählerseele mehr als 15,2 Mrd. Euro, die durch die Eröffnung neuer Freiräume ganz schnell ausgeglichen wird. Denn eine kleine Erhöhung von 6,9 x 10^9,9 auf 6,9 x 10^10,9 ist kaum mehr als eine kleine kosmetische Veränderung. Der Exponent erhöht sich um lächerliche 10,1 %. Was ist das schon gegen eine Mehrwertsteuererhöhung auf 20 %?

Aber dem Zockertisch im Berliner Spielerparadies bringt die kleine formale Änderung eine ganze Menge. Denn 6,9x10^10,9 sind stattliche 548 Milliarden Euro. Dann macht das Pokern richtig Spaß.

Schade, daß die Farbkopierer der Bundesbank zur Europäischen Zentralbank ausgelagert wurden. Bevor die ersten Zuschriften zwecks Betonung der Unabhängigkeit der ehemaligen Bundesbank den Autor dieser Zeilen erreichen: Die Bundesbank wäre in der heutigen Situation genauso unabhängig wie der Bundespräsident. Was macht unser Staatsoberhaupt eigentlich? Der Adler hat sich in den Horst verkrochen und ward nicht mehr gesehen. Vorbei der Mai, vorbei die politische Gestaltungskraft. Wie gut, daß Überparteilichkeit vor dem Betreten des Kasinos schützen kann.

Aber zurück an die Spieltische.Wer zahlt denn nun? Das ist nicht eigentlich nicht so wichtig. Denn Wähler sind bekanntlich dumm und frech und wählen stets wie die allerdümmsten Kälber ihre Metzger immer selber. Dann sollten sie auch die Einsätze übernehmen.

korfstroem
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Dienstag, 01.11.2005

Der Verstand im SPD-Vorstand

Der Verstand bezeichnet gemeinhin die Fähigkeit des Menschen, Zusammenhänge zu begreifen. Der Verstand muß dem SPD in den "Iden des Oktober" kollektiv abhanden gekommen sein.

Am Abend des denkwürdigen Tages erklärte Ute Vogt (Hoffnungsträgerin der Südwest-SPD) den verduzten Zuschauern in den Tagesthemen, die Vorstandsmitglieder hätten anders entschieden, wenn sie die Absicht Franz Müntefehrings nur geahnt hätten. Sie verstieg sich sogar zu der Behauptung, Andrea Nahles wäre gar nicht erst angetreten.

Korfstroem erklärt, wer solches meint oder solche Meinungen verbreitet oder solche Meinungen unterstützt, hat im Vorstand einer großen Volkspartei nur einen Zuschauerplatz verdient. Wer glaubt, mit soviel Naivität die Bundesrepublik an verantwortlicher Stelle vertreten zu können, darf bestenfalls eine Statistenrolle als Hoffnungsträgerin hoffen.

Die Südwest-CDU mag bedauern, daß sich Ute Vogt der Bundespolitik zugewendet hat. Sie hätte an der Spitze ihrer Partei für die ewige Opposition gesorgt.

Nun hofft der leidende Zuschauer, daß im SPD-Vorstand doch noch ein paar Erwachsene übrig sind, um die Partei zur Vernunft und späterhin zu Verstand zu bringen.

Korfstroem
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Montag, 31.10.2005

Putsch in der SPD

Halloween in der SPD. Erst die vertrauensunwürdige Vertrauensfrage. Dann der pubertierende Kanzler. Schließlich der Parasitenminister. Und nun? -
Die Generalsekretärin wählt sich ihren Parteivorsitzenden und alle machen mit.

In der bayrischen Staatskanzlei müssen die Sektkorken aus den Magnumflaschen detoniert sein. Eben noch hatte sich Edmund Stoiber ins Abseits manövriert und wäre fast im Niemandsland zwischen München und Berlin versackt. Da kommt Andrea Nahles und setzt die Herz-Lungen-Maschine an und verleiht Edmund I. die zweite Luft.

Und Angie? Wird wohl nie Kanzlerin werden. Denn mit wem soll sie jetzt ihre Kanzlerschaft verhandeln. Gert und Münte sind weg. Andrea und Siegmar sind ihr so fremd wie es die Grünen kaum sind. Was bleibt?

Ein Minderheitskabinett von CDU und FDP unter Edmund dem Standhaften und die CSU-Dankbarkeitsmedaille für Andrea Nahles und ihre Getreuen.

Korfstroem
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Donnerstag, 27.10.2005

Was ist ein Ombudsmann?

Woder: Was unterscheidet einem Ombudsmann für Hartz IV von einem gewöhnlichen Ombudsmann?

Nach herkömmlicher Sicht ist ein Ombudsmann ein unparteiischer Schlichter, der hilft Härtefälle und Ungerechtigkeiten zu vermeiden.

Bei Hartz IV ist das anders. Denn: Der eingerichtete Ombudsrat soll die Einrichtung der Grundsicherung für Arbeitslose begleiten und Empfehlungen für das Verwaltungshandeln geben. Siehe Aufgaben des Ombudsrates: http://www.ombudsrat.de/Ombudsrat/Navigation/aufgaben.html

Wenn also Wolfgang Clement der Parasitenjäger ist, so ist Hermann Rappe der Gutachter, der über die Wirksamkeit der Insektenvernichtung urteilt.

Wolfgang Clement und Hermann Rappe sind Mitglieder der SPD. Beide haben in ihrer Laufbahn hohe Ämter innegehabt. Hermann Rappe war überdies Vorsitzender einer Gewerkschaft.

Heute sind Wolfgang Clement und Hermann Rappe Wahlhelfer der neuen Linkspartei. Beide sind die leibhaftige Verkörperung des Peter-Prinzips: "Jeder wird bis zur höchsten Stufe seiner Unfähigkeit befördert."
http://private.freepage.de//cgi-bin/feets/freepage_ext/41030x030A/rewrite/hame/peter.htm

Auch für Organisationen scheint das Peter-Prinzip zu gelten. Sonst hätte die SPD schon längst die Konsequenzen gezogen. Eine sozialdemokratische Partei ist zu wichtig, als daß sie sich mutwillig der Überflüssigkeit hingeben kann.

Korfstroem
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Samstag, 22.10.2005

Von Parasiten und Insektenvernichtern

Kürzlich erhielt Korfstroem ein Schreiben, das er der (noch) geschichts- und verantwortungsbewußten Öffentlichkeit nicht vorenthalten möchte:


Zweierlei Maß

Nach einer Rede des Bundestagsabgeordneten Hohmann hat die CDU rasch die Konsequenzen gezogen. Auch wenn die Entscheidung hart war und durchaus diskutiert werden kann. Kein Zweifel, seine Ausführungen zum Tätervolk waren falsch, absurd und (wahrscheinlich unfreiwillig) zynisch. aber das Faktum bleibt: Eine Rede hat Herrn Hohmann, trotz hervorragenden Leumunds die politische Karriere gekostet.



Die vormalige Bundesministerin Frau Däubler-Gmelin verlor alles rhetorische Maß und verglich den amtierenden amerikanischen Präsidenten mit Hitler. Sie war für ein Amt, das sich mit Rechtspflege beschäftigt, untragbar geworden und mußte gehen.



Anders der Insektenvernichter Clement. Herr Clement darf seine Unfähigkeit als Minister unverholen in NS-Vokabular kleiden und mit dem Finger auf andere zeigen, wo doch alle Finger auf ihn zurückweisen. Herr Clement wird für seine parasitären Ansichten einmal eine stattliche Pension von dem Staat erhalten, dessen Bürger er ungestraft diffamieren darf. Unter Herrn Clement wurden viele Regeln eingeführt, die aus Verteilungsgerechtigkeit in diesem Land einen Verteilungskampf machen werden. Die Arbeitslosenversicherung wurde für viele Menschen zur Sondersteuer entwertet.



Herr Clement wird einmal für hohe Vergütungen Reden halten dürfen, für seinen Erfahrungsschatz von Hartz I - IV. Inzwischen sind wir schon bei Hartz VI und Esser II. Parasitäres Deutschland? Heute Parasit. Morgen arbeitsscheues Gesindel. Übermorgen Umerziehung. Ist dies das neue Rechtsverständnis in der jungen, wiedervereinigten Republik.



Herr Clement hält die Mißbräuche dafür verantwortlich, daß die Kosten für Hartz IV explodieren. Herr Clement hat keine Ahnung vom Arbeitsmarkt. Herr Clement weiß nicht um die sozialen Brennpunkte. Herr Clement kennt noch nicht einmal die Regelungen von Hartz IV. Herr Clement müßte Entschädigung zahlen, daß er drei Jahre den Stuhl Ludwig Erhards beschmutzen durfte. Denn jedem halbwegs makroökonomisch ausgebildeten Politiker mußte klar sein, in welche finanzpolitische Katastrophe die Regelungen von Hartz IV hineinlaufen. Auf der einen Seite Enteignung von jahrzehntelang erworbenen Versicherungsleistungen, auf der anderen Seite die Einladung zum Mißbrauch der angebotenen Förderung. Aber bislang war Herr Clement nur der Zauberlehrling auf dem Stuhl des größten deutschen Nachkriegsökonomen. Nun hat er das Brackwasser, mit dem seine Besen das Land überschwemmen, auch noch mit unsäglichen Äußerungen aus dem Nazi-Gebrauch infiziert. Der Brunnen muß trockengelegt, nicht mit den Mitteln der Diffamierung, Verleumdung und Denunziation vergiftet werden, Herr Clement!!!



Wohlstand für alle? Der neue Slogan der SPD sollte heißen: Brot für die Welt, die Wurst bleibt bei uns. Arbeit macht übrigens was, Herr Clement?

Ibrahim, Sänger aus dem Libanon (südliches Grenzgebiet)


PS. Oder ist Herr Clement so ungebildet, daß er nicht merkt, wenn ihm ein Nazi-Text untergeschoben wird?


korfstroem

Donnerstag, 20.10.2005

Die Heuchler sind unter uns

Die Abgeordneten des neugewählten Bundestages sind Heuchler. Wer Texte aus einem Ministerium toleriert, die sich ungeniert in Duktus und Formulierung des NS-Vokabulars bedienen:

" ... Biologen verwenden für ?Organismen, die zeitweise oder dauerhaft zur Befriedigung ihrer Nahrungsbedingungen auf Kosten anderer Lebewesen ? ihren Wirten ? leben", übereinstimmend die Bezeichnung "Parasiten". ..."

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Dienstag, 18.10.2005

Korfstroem wundert sich

Der merkwürdige Abschied des Herrn Clement oder
NS-Propaganda aus dem Bundeswirtschaftsministerium?

Stell? Dir vor, wir verbreiten öffentlich gefördert NS-Propaganda und keiner hat´s gemerkt. Undenkbar? Keineswegs. Unfassbar. Schon eher.

So ist unter der Adresse http://www.arbeitsmarktreform.de/Arbeitsmarktreform/Redaktion/PDF/report-leistungsmissbrauch,property=pdf,bereich=arbeitsmarktreform,sprache=de,rwb=true.pdf ein Text mit dem Titel ?Vorrang für die Anständigen ? Gegen Missbrauch, ?Abzocke? und Selbstbedienung im Sozialstaat abrufbar, dem eine Boulevardzeitung zu Popularität verhalf.

In Sprache und Duktus erinnert der Text allerdings mehr an längst vergangen geglaubte Zeiten als an glaubwürdige sozialdemokratische Leitlinien. Kaum zu glauben, dass ein Text der solche Textpassagen enthält, von einem sozialdemokratisch geführten Ministerium veröffentlicht wird:
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